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Symbolbild für eine toxische Verbindung: Rauch in pink, schwarz und weiß.Photo by Annie Spratt on Unsplash Bild-LupePhoto by Annie Spratt on Unsplash

Pressemitteilung der Evangelischen Akademie im Rheinland

Eine toxische Verbindung

Antifeministische Mobilisierung und Anfeindungen führen zum Rückzug demokratischer Akteur:innen warnt die Expertin für Rechtsextremismusprävention Judith Rahner.

(Bonn, 11.6.2021) „Feminismus und Gender werden zunehmend als Feindbild aufgebaut“, unterstrich Judith Rahner, Leiterin der Fachstelle Gender, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, gestern Abend in einer Kooperationsveranstaltung der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Gender- und Gleichstellungstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland. Das Erstarken des Antifeminismus gehe dabei einher mit der Zunahme von rechten, antiliberalen und antimodernen Dynamiken.

In den vergangenen Jahren lasse sich eine massive Mobilmachung gegen Geschlechterpolitiken beobachten, führte Judith Rahner aus. „Diese richtet sich vor allem gegen die Pluralisierung von sexuellen und geschlechtlichen Lebensformen und alternativen Familienmodellen.“ Die vielfältige Gesellschaft als ein Aspekt der Moderne würde innerhalb des antifeministischen Weltbildes als Bedrohung wahrgenommen.

Antifeministische Positionen seien dabei jedoch kein reines Phänomen des rechten Randes. „Es handelt sich um eine Einstellung, die wir klar in der gesellschaftlichen Mitte finden,“ machte Judith Rahner an Beispielen aus Politik und Medien deutlich. So finden sich auch in kirchlichen Kreisen antifeministische Ressentiments, die im Kontext der Bewahrung vermeintlicher traditioneller, konservativer oder christlicher Werte geschürt werden.

Mit Blick auf einen wachsenden Rechtsextremismus sei wichtig zu verstehen, dass antifeministische Positionen häufig eine Scharnierfunktion zwischen gesellschaftlicher Mitte und extremer Rechten darstellen. „Es ist keine Ideologie, die einfach für sich steht. Es ist eine Ideologie, die zu einem zumindest teils geschlossen Weltbild gehört.“

Die Ungleichbewertung von Menschen sei Kern der Ideologie. „Das verbindende Element zwischen den Akteur:innen ist die Ideologie einer als natürlich verstandenen Ordnung von Ungleichheit bzw. Hierarchien, zwischen Geschlechtern, sozialen Schichten, Herkunft, Religion oder ähnlichem.“

Die Folgen sind deutlich zu spüren. Online und offline komme es zu Übergriffen, Beleidigungen und Bedrohungen von politisch aktiven Frauen, Frauenverbänden und feministischen Organisationen. „Wir können beobachten, dass es einen Rückzug und eine fehlende Solidarisierung gibt. Das führt zu einer schrumpfenden Zivilgesellschaft. Vor allem zu einer schrumpfenden weiblichen Zivilgesellschaft“, fasste Judith Rahner die Gefahr für die Demokratie zusammen.

Doch gibt es auch Hoffnung. „Die Zunahme von Antifeminismus ist auch Indikator von erfolgreicher Gleichstellungsarbeit,“ sagte Judith Rahner mit Blick auf Handlungsoptionen. Darum gelte es weiterhin Gleichstellung anzustreben und Schulterschlüsse zwischen Frauen, LSBTI* und allen von Antifeminismus und Sexismus betroffenen Gruppen anzustreben. Auch in den Kirchen seien dabei starke Akteur:innen zu finden. 

Davon sind auch die Veranstalter:innen überzeugt. Sie greifen heute einzelne Aspekte mit Blick auf christliche Gemeinschaften und die Evangelische Kirche im Rheinland in einem Fachtag im Anschluss an die Vortragsveranstaltung auf.

 

Judith Rahner. Foto: Tanja Schnitzler Bild-LupeJudith Rahner. Foto: Tanja Schnitzler

Zur Person:
Judith Rahner ist Leiterin der Fachstelle Gender, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung und als solche u.a. zuständig für Rechtsextremismusprävention. Sie ist seit vielen Jahren in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig und hat zahlreiche Veröffentlichungen in diesem Themenfeld vorgelegt.

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Hella Blum
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TK, hbl, ms / 11.06.2021



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