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Das Bild zeigt ein Kruzifix, das in Schleiden, in Sperrmüll und Schlamm gefunden. Foto:  christus-im-schlamm-copyright-ekir. ekir.de/Hans-Joachim Jürgens Ein Kruzifix - gefunden nach der Unwetterkatastrophe in Schleiden. Foto: ekir.de/ Hans-Joachim Jürgens

Theologische Betrachtung anlässlich der Unwetterkatastrophe im Juli 2021

"Kaum Worte für diese Verwüstung"

"Wie reden von unaussprechlichem Leid?" Mit dieser Frage beschäftigt sich Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), in seinem neuen Blogbeitrag, der nach Begegnungen mit Leidtragenden der Unwetterkatastrophe entstanden ist. Von den Folgen des Starkregens in der vergangenen Woche sind auch Gebiete der EKiR, vor allem in der Eifel und an Erft und Swist, betroffen.      

"Von der Unwetter-Katastrophe gibt es im Netz und in den Medien eine wahre Flut an Bildern. Doch es fällt schwer, davon zu reden. Berufliche Kommentator-/innen kommen ins Straucheln oder laufen Gefahr, üblich gestanzte Sätze zu verbreiten. Angela Merkel drückte diese Sprachnot bei ihrem Besuch in den überschwemmten Gemeinden so aus: „Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für diese Verwüstung.“ Genau genommen liegt das Problem dabei nicht an einem Mangel an Begriffen. Die deutsche Sprache ist auch hinsichtlich Katastrophen reich: Flut, Schlammwelle, Verwüstung, Zerstörung, Kataklysmus, Überschwemmung, Unwetter, Chaos, Sintflut, Hochwasser, Schlag- oder Sturzregen. Das Problem liegt vielmehr in der Sinnwidrigkeit des Geschehens. Sprache lebt von Ordnung, Sinnstrukturen, geregelten Beziehungen zwischen Zeichen. Doch das Wesen dieser Katastrophe ist gerade ihre Sinnwidrigkeit, das Wegreißen von Ordnung und Vernichten von Beziehungen. Die Wasser haben uns auch die Worte weggespült. Weil sie ihren Haftpunkt, ihr Bezugsnetz verloren haben. Angesichts der tiefen Sinnwidrigkeit dieses Leides wissen wir mit unseren vielen Wörtern nichts anzufangen. Das Problem ist ein pragmatisches, kein semantisches."

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hbl / 27.07.2021



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