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© Wolfgang Hüllstrung © Wolfgang Hüllstrung

Rückblick auf eine Tagung zu jüdischem Alltag in Rheinland und Westfalen

Von der Selbstverständlichkeit jüdischen Lebens in Deutschland durch die Jahrhunderte

In diesem Jahr blicken wir auf 1700 Jahre jüdischen Lebens im Rheinland zurück-Die Reichspogromnacht am 9. November 1938 war dabei eine tiefe und schreckliche Zäsur in der Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland.

Synagogen und mehr als 7000 Geschäfte und Wohnhäuser jüdischer Kaufleute wurden von SA- und NSDAP-Mitgliedern in Brand gesetzt und zerstört. Jüdische Mitbürger:innen verloren ihre Existenzgrundlage, viele wurden misshandelt, 1300 Menschen kamen in dieser Nacht oder in der Folge zu Tode.

 

Die Reichspogromnacht:
Ende der Selbstverständlichkeit jüdischen Lebens in Deutschland

Eine Tagung am 7. November 2021 nahm diesen Gedenktag zum Anlass, um an das gemeinsame Leben von Christinnen und Christen, Jüdinnen und Juden vor der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern, an den selbstverständlichen gemeinsamen Alltag.

Bildnachweis: Max Daniel mit seinen Enkelkindern Ina, Werner und Heinz, um 1920, BAS 1124 Bild-LupeBildnachweis: Max Daniel mit seinen Enkelkindern Ina, Werner und Heinz, um 1920, BAS 1124

Tagung machte den jüdischen Alltag sichtbar
Bei der gut besuchten Tagung standen jüdische Alltagsgeschichte und Biographien „normaler Leute“ im Mittelpunkt. Es ging es um jüdische Viehhändler und Hausierer, auch um Stadträte, die in der Antike vor allem dafür da waren, die finanziellen Mittel für die öffentlichen Ausgaben zu erbringen – und einen bescheidenen jüdischen Handwerker aus dem Bergischen Land.
Zusammen mit der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal hatten wir zu dieser Tagung eingeladen, die von Pfarrer Wolfgang Hüllstrung geleitet wurde. Er ist kooptiertes Mitglied der Studienleitung an der Akademie.  

© Foto: Wolfgang Hüllstrung Bild-Lupe© Foto: Wolfgang Hüllstrung

Blick auf den Alltag bricht Stereotype
Die Teilnehmenden wurde bewusst, dass sich im Blick auf diese Alltagsgeschichten unser meist durch Stereotypen und Klischee geprägtes Bild von jüdischer Geschichte und jüdischer Lebensweisen verändert.

Jüdische Geschichte sollte konkret und lebensnah vermittelt werden
Gleichzeitig war die Tagung auch ein Beitrag zur Frage: Wie vermittelt man überhaupt jüdische Geschichte? Je konkreter und lebensnaher, desto interessanter und anschaulicher wird es für Jugendliche wie für Erwachsene, bei denen Interesse für jüdische Kultur und Religion und das jüdisch-christliche Neben- oder Miteinander geweckt werden soll – gerade auch in diesem Jubiläumsjahr, in dem wir auf 1700 Jahre jüdischen Leben im Rheinland zurückblicken.

© Wolfgang Hüllstrung Lupe© Wolfgang Hüllstrung

Nicht beim Gedenken stehenbleiben, sondern wachsam bleiben
Bei der Reichspogromnacht schauten Deutsche, die bisher den Alltag mit den jüdischen Mitbürger:innen geteilt hatten, bei ihnen eingekauft und ihre Dienstleistungen in Anspruch genommen hatten, schauten zu, blieben tatenlos. Die Erinnerung daran schmerzt noch heute. Angesichts wieder aufflammender Judenfeindlichkeit dürfen wir nicht beim Gedenken stehenbleiben, sondern das „Nie wieder“ umso lauter sagen und im Alltag demgemäß handeln.

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Wolfgang Hüllstrung, ms / 09.11.2021



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