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Evangelische Akademie im Rheinland

Begegnung in Bonn

Bei den mehr als 50 Tagungen pro Jahr treffen sich in der Akademie Menschen mit unterschiedlichem persönlichem Hintergrund und aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, kirchennahe und kirchenferne, zu Austausch und Gespräch.

Blick auf das Haus der Begegnung, Bonn, Sitz der Evangelischen Akademie im Rheinland; Foto: Till Engels, 2007 Blick auf das Haus der Begegnung, Bonn, Sitz der Evangelischen Akademie im Rheinland; Foto: Till Engels, 2007

In den Akademietagungen geht es um gesellschaftliche, ethische oder kirchliche Fragen, zu denen es noch keine endgültigen und ausformulierten Antworten gibt. Die Gesellschaft entwickelt sich kontinuierlich weiter, es entstehen immer mehr Bereiche, die eine eigene Kultur und eine eigene Sprache haben, sei es in Wirtschaft, Politik, Kultur oder Wissenschaft. Lebensweisen ändern sich, vertraute Rituale und Normen werden fremd, neue entstehen. Die Orientierung angesichts dieses tief greifenden gesellschaftlichen Wandels ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance zur Gestaltung der gemeinsamen Zukunft.

Die Akademie möchte dabei den Reichtum und die Ressourcen der christlichen Traditionen und der Theologie einbringen. So stellt sie sich in die Tradition eines protestantischen Selbstverständnisses, das den Glauben mit Weltzugewandtheit und Weltverantwortung zu verbindet.

Mit ihrem Angebot wendet sich die Akademie an interessierte Laien wie an Fachleute und Multiplikatoren, an unterschiedliche kirchliche und gesellschaftliche Gruppen und Akteure. Sie ist ein Ort der Begegnung und des Austausches zwischen unterschiedlichen kirchlichen wie gesellschaftlichen Gruppen und Akteuren aus dem Raum der rheinischen Landeskirche, darüber hinaus auch auf nationaler und internationaler Ebene. Gemeinsam, doch durchaus strittig und kontrovers suchen sie nach Perspektiven und Handlungsoptionen, nach ethischen Maßstäben für ihr individuelles und gesellschaftliches Handeln.

Der Auftrag

Die Evangelische Akademie im Rheinland beteiligt sich so an einem für Kirche und Gesellschaft offenen und zukunftsweisenden Dialog. Dieser Dialog wurzelt in der Tradition von Reformation und Aufklärung. Er will zentrale christliche Aussagen in Bezug setzen zu den Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft im Allgemeinen und die Kirchen im Besonderen heute stehen.

Angesichts eines zunehmend säkularen Umfelds und sehr unterschiedlicher gesellschaftlicher Milieus leistet die Akademie so einen Beitrag, die Sprachfähigkeit der Kirche zu stärken und zu festigen. Von ihrer Arbeit sollen Impulse ausgehen, die sowohl gesellschaftliche als auch kirchliche Debatten bereichern. Dazu dient auch die fach- und themenspezifische Öffentlichkeitsarbeit.

Die Themen

Die Akademiearbeit konzentriert sich auf fünf Bereiche: Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und sozialer Wandel , Kultur sowie interreligiöser und interkultureller Dialog

Bei allen Themen wird auch die europäische Dimension einbezogen, etwa bei den Herausforderungen der Globalisierung, Friedenspolitik, beim Dialog mit dem Islam oder in der Wissenschaftsethik. Auch die Auseinandersetzung mit den Fragestellungen wie Religion und Politik oder Spiritualität im 21. Jahrhundert wurde verstärkt. Zu den mehrtägigen Veranstaltungen sind weitere Formen der Begegnung, z.B. Tagesveranstaltungen, Abendgespräche oder Kooperationen mit Partnern, hinzugekommen. 

Das Team

Im Team der Akademie arbeiten vier Tagungsleitende und die Öffentlichkeitsbeauftragte. Die Tagungsleitenden betreuen je eines der vorgestellten Themenfelder. Sie halten Kontakt zu wichtigen Organisationen und Ansprechpartnern in ihrem Arbeitsbereich, bauen Netzwerke zwischen Kirche und Gesellschaft auf und gestalten Tagungen zu zentralen und aktuellen Themen ihres Themenfeldes. 

Die Geschichte

Die Evangelische Akademie im Rheinland ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie wurde am 7. Dezember 1952 gegründet. Nach dem Ort ihrer Gründung und ihrem ersten Sitz hieß sie bis 2004 "Evangelische Akademie Mülheim an der Ruhr".

Aufgrund eines Beschlusses der Landessynode zog die Akademie zum 1. Januar 2004 nach Bonn-Bad Godesberg um. Das "Haus der Begegnung" auf dem Heiderhof ist jetzt gemeinsame Tagungsstätte für das Pädagogisch-Theologische Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland und die Evangelische Akademie im Rheinland.

Die Evangelischen Akademien in Deutschland: zusammengeschlossen in der EAD Die Evangelischen Akademien in Deutschland: zusammengeschlossen in der EAD

Hintergrund: Die Evangelischen Akademien in Deutschland

Die erste Evangelische Akademie öffnete1945 in Bad Boll ihre Pforten. Die Impulse dazu kamen von dem Theologieprofessor Helmut Thielicke und Eberhard Müller, Pfarrer und Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Ihre Beweggründe galten auch, wenngleich mit einer gewissen Variationsbreite, für die folgenden Akademie-Gründungen: „Dahinter stand … zum einen die Frage, wie die Kirche wieder engeren Kontakt zu der zunehmend säkularen Gesellschaft finden könne, und zum anderen die Überlegung, welchen Beitrag das Christentum zur geistigen Erneuerung und zu einer neuen inneren Ordnung der Gesellschaft leisten könne.“

Heute gibt es auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Deutschland 15 Evangelische Akademien:

Die Evangelischen Akademien sind zusammengeschlossen im Dachverband der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD). Dieser Zusammenschluss dient der Präsenz und öffentlichen Artikulation auf Bundesebene, der Akquisition und Realisierung Akademie übergreifender und interdisziplinärer Projekte und der Netzwerkbildung zwischen den Akademien

Zitat aus Nösser, Christoph und Treidel, Rulf Jürgen: Evangelische Akademien an Rhein und Ruhr: Zur Herausforderungen der Kirchenleitungen im Rheinland und Westfalen durch die Montanindustrie und das Boller Akademiemodell, in: Hey, Bernd und van Norden, Günther: Kontinuität und Neubeginn. Die rheinische und westfälische Kirche in der Nachkriegszeit (1945 – 1949) (= Schriften des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte, Bd. 123), Bonn 1996, S. 265 – 285, hier S. 268 f.



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