29. Oktober 2011: Besuch der Inszenierung "Camp" im Theater an der Ruhr
Szenenfoto aus "Camp". Foto: Theater Mülheim an der Ruhr
Das Theater an der Ruhr hat lange stehende Verbindungen mit dem arabischen Raum. Zuletzt im November 2009 führte das Ensemble eine Gastspielreise zum internationalen Festival von Tunis. Die Revolutionen und Revolten im arabischen Raum müssen deshalb für die internationale Arbeit des Theater an der Ruhr Konsequenzen zeitigen:
Oktober 2011: im Rahmen der "Theaterlandschaften" sind Künstlergruppen aus Jordanien, Palästina und Syrien/Irak im Theater an der Ruhr zu Gast
Am letzten Oktoberwochenende gastierten drei aktuelle Produktionen aus Jordanien, Palästina und Syrien/Irak in Mülheim. Damit stand die Region im Fokus, in der sich die Geschichte der arabischen Konflikte, Verwerfungen und Kriege historisch wie aktuell am prägnantesten nachvollziehen lässt.
Teilnehmer Akademie-Tagung „Perestroika auf Arabisch“ besuchten die Inszenierung "Camp"
Die Akademie-Tagung "Perestroika auf Arabisch? Wohin führt der Aufruhr in der islamischen Welt?" hatte einen interessanten und neuen Ansatz:
Die Tagung spiegelte den Demokratisierungsprozess in den arabischen Ländern sowohl durch die Berichte von Referenten aus den arabischen Ländern als auch durch ein Kunstprojekt, durch die Inszenierung "Camp" im Theater an der Ruhr.
Die Tagungsbesucher und Tagungsbesucherinnen haben diese Aufführung am Samstag, 29. Oktober 2011, gemeinsam besucht. Zuvor war Gelegenheit, mit den Künstlern aus Jordanien, Palästina und Syrien/Irak ins Gespräch zu kommen.
Szenenfoto aus "Camp". Foto: Theater an der Ruhr
Über den Inhalt des Stückes "Camp"
"Er fand einen Weg aus vielen Wirren. In seiner Hand hielt er eine Tasche und schaute aus nach einem anderen Land. Dann fand er sich in neuen Wirren wieder,“ mit diesen Worten beschreibt der exilirakische Autor Muhaned al-Hadi sein Stück „Camp“. Doch könnte er damit auch seine eigene Situation meinen, da er seit einigen Jahren in Syrien beheimatet ist: „Camp" zeigt mit Lakonie und filmischer Präzision den kleinen Überlebenskampf von Menschen in einem Kriegsland.
Über den Autor von "Camp"
Muhaned Al Hadi, Jahrgang 1967, ist zur Zeit vielleicht der wichtigste irakische Theatermacher. Nach Abschluss seiner Theaterstudien im Jahr 2000 realisierte er seit 2004 regelmäßig Inszenierungen eigener Stücke, „The Garden“ (2004), „Curfew“ (2006), „Hotspot“ (2009) und „Camp“ (2010). Im Jahr 2008 realisierte er mit Hilfe des Goethe-Instituts im Irak das Stück „Täglich Brot“ von Gesine Danckwart. Seine Produktionen werden seit einigen Jahren erfolgreich auf allen grosen Festivals der arabischen Welt gezeigt.
hbl/ Theater an der Ruhr / 31.10.2011
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