Kunst und Kultur
Wolfgang Hunecke, "Doppelkopf", Öl auf Leinwand, 1998
Kultur im weitesten Sinn wird definiert als die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft. Kultur entsteht durch die Selbstthematisierung einzelner Personen bzw. Personengruppen mit Hilfe von Worten, Zeichen und Bildern. In diesem Prozess bringt jede Kultur auch Kunst hervor.
Wenn gegenwärtig in unserer pluralistischen Gesellschaft die kulturellen Differenzen in den Vordergrund drängen, mancherorts vom Kampf der Kulturen gesprochen oder der Ruf nach einer Leitkultur laut wird, ist auch die Kirche bezüglich einer kulturtheologischen Positionsbestimmung gefragt. Dabei ist sie zum einen Teil der Kultur und somit auch kulturschöpferisch. Zum anderen ist sie sich aber auch der Vorläufigkeit aller menschlichen Kultur bewusst und deshalb auch kulturkritisch.
Eine dementsprechende Positionsbestimmung bedarf an erster Stelle des Gesprächs zwischen Kirche und Kultur. Die Evangelische Akademie setzt in diesem Bereich einen Schwerpunkt ihrer Arbeit.
- Weil die evangelische Kirche Kulturträgerin ist und das in ihrer Geschichte immer war, ist es wichtig, sich des eigenen Erbes bewusst zu werden. Welches Potential können wir in das Gespräch von Kirche und Kultur einbringen? Was sind dabei unsere Axiome und Prämissen?
- Wenn Menschen in der Kultur der Kirche heimisch sein sollen, muss die Kirche in deren Kultur heimisch sein. D.h. sie muss kultursensibel und sprachfähig werden. Sie muss um die Entwicklungen auf dem Gebiet der Kultur und der Künste wissen, sie muss mit den Kunst- und Kulturschaffenden im Gespräch sein, um den Prozess der Inkulturation gestalten zu können.
- In einer plural gewordenen Gesellschaft bedarf die Kommunikation des Evangeliums sowohl der Fähigkeit, Fremdes wahrzunehmen bzw. sich Einzulassen als auch der Fähigkeit, das eigene Potential selbstbewusst ins Spiel zu bringen.
Die Evangelische Akademie im Rheinland geht diesen Fragen in Tagungen, Kunstausstellungen und Veröffentlichungen nach und lässt sie so konkret werden.
Anne Kathrin Quaas / 15.02.2007
© 2012, Evangelische Akademie im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

