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Integratives Kunstprojekt

Holzstandleitern, Papierrollen und viel Farbe

Himmelsleiter, Dschungelleiter, Rettungsleiter: Ein integratives Projekt des Pädagogisch-Theologischen Instituts stellt bis zum 31. Mai kunstvoll gestaltete Leiterobjekte aus. Danach gehen sie in einer Wanderausstellung durch das Rheinland.

Pfarrer Rainer Schmidt gefällt die Verbindung von Leitern und Leben. LupePfarrer Rainer Schmidt gefällt die Verbindung von Leitern und Leben.

Rainer Schmidt, Pfarrer am Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI) in Bonn und Paralympics-Sportler, macht diese Ausstellung sichtbar Spaß. „Diese bunten Leitern haben alle etwas mit unserem Leben zu tun. Man muss nur genau hinschauen.“ Unter dem Motto „Auf und ab“ haben im PTI 60 behinderte und nicht behinderte Menschen in einem integrativen Workshop Leitern künstlerisch gestaltet und stellen sie bis zum 31. Mai im Bonner Haus der Begegnung, Mandelbaumweg 2, aus.

Regenbogen neben Himmelsleiter

Ausgangsmaterial für die 11- bis 70-Jährigen waren dabei ganz normale Holzstandleitern, Papierrollen im Leiterformat und viel Farbe. „Jede Gruppe hat sich ins Thema reingehängt, war verantwortlich für ihre Ergebnisse“, erläutert Schmidt, der als PTI-Dozent selbst eine Einheit leitete. Da steht nun die von Engeln bestiegene biblische Himmelsleiter neben der giftgrün schillernden paradiesischen Dschungelleiter im Raum. Die Rettungsleiter daneben vereinigt Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwagensymbole. Die „Stufen des Regenbogens“ gehen laut Schmidt ganz „auf den Romantiktrip“.
Auf einer Lebensmittelleiter prangen quietschbunte Früchte und Speisen. Auf einer regelrechten Fußball-Leiter wird der Traum vom besseren Abschneiden der favorisierten Mannschaft mit gelb-schwarzem Borussia-Emblem geträumt. Der sorgsam durchdachte Lebensbaum mit den verschiedenen menschlichen Entwicklungsphasen erhebt sich neben der „Lebensleiter ohne jedes Konzept“, wo die Hoffnungen und Träume gewollt kunterbunt durcheinander purzeln.

Objekte zeigen Lebensträume

„Teilnehmer mit und ohne Behinderung aus allen Regionen der Rheinischen Kirche rühren damit an eigene Lebensträume. Sie erheben Einspruch gegen die Menschen mit Behinderung gesellschaftlich verordnete Bescheidenheit, wollen dazu ermuntern, Höhe zu wagen, sich sehen zu lassen, im Leben zu sein“, erläutert PTI-Dozentin Sabine Ahrens das vom Netzwerk für Kunst und Kultur in Kirche und Diakonie im Rheinland getragene Projekt.

Man wolle die kulturelle Arbeit von Menschen mit Behinderung vertieft wahrnehmen und nicht nur wohlgefällig betrachten. So sollen Impulse gegeben und Assoziationsräume für kirchliche Bildungsinhalte vertieft werden, sagt Ahrens.

Die phantasievoll gestalteten Leitern gehen ab dem 1. Juni auf Wanderausstellung erst in die Bonner Trinitatiskirche und dann durch weitere öffentliche Räume im Rheinland. Interessenten mit Ausstellungsflächen können sich noch unter Telefon 0228/95 23 123 melden. 2010 wird die Ausstellung schließlich in der Kulturhauptstadt Essen präsentiert.

 

 

Ebba Hagenberg-Miliu / ekir.de / Foto: R. Friese / 23.04.2009



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