Denkanstöße für gesellschaftliche Wandlungsprozesse
Aktuelle politische und gesellschaftliche Themen werden zum Thema in den Tagungen
Der politische Weg der Türkei und Chinas zu Beginn des 21. Jahrhunderts, das neue Selbstverständnis der Bundeswehr als Freiwilligenarmee, die Eurokrise, Risikoverhalten in unserer Gesellschaft, die soziale Stadt der Zukunft – in den kommenden Monaten greifen Tagungen der Evangelischen Akademie im Rheinland diese und weitere aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen auf. Doch auch naturwissenschaftliche Themen wie Hirnforschung und Evolutionsbiologie, Theologie und interreligiöser Dialog, bildende Kunst, Musik und Spiritualität haben ihren Platz unter den insgesamt 25 Tagungen im soeben erschienenen Halbjahresprogramm 1/2012.
Dr. Frank Vogelsang: "Wir geben Denkanstöße, die den Wandlungsprozess begleiten können"
Weltweit finden Veränderungsprozesse statt – die Demokratiebewegungen in den arabischen Ländern oder die anhaltende Krise der Weltwirtschaft sind nur zwei Beispiele. „Der Ausgang vieler Entwicklungen ist noch ungewiss“, so Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang. „Doch wir können uns schon heute hier und jetzt engagieren. Dabei sollten wir das Handeln vor Ort mit dem Blick für das Ganze verbinden. So tragen wir unseren Teil dazu bei, dass sich neue umfassende und lebensdienliche Strukturen entwickeln. Daran möchte sich die Akademie mit ihrer Arbeit beteiligen. Wir geben Denkanstöße, stellen Handlungsansätze und kulturelle Initiativen vor, die den Wandlungsprozess begleiten können.“
"Veränderung beginnt im Kopf" - Tagungen hinterfragen tradierte Denkmuster und Vorstellungen
Sachkundige Analyse und Skizzierung von Handlungsoptionen zeichnen die Akademietagungen ebenso aus wie die Fähigkeit, „gegen den Strich zu denken“. Veränderung beginnt im Kopf – einige Tagungen im ersten Halbjahr 2012 laden dazu ein, tradierte Denkmuster und Vorstellungen einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen:
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"Der andere Islam"
Der Islam wird häufig als eine kriegerische und aggressive Religion dargestellt, Gewaltlosigkeit wird gemeinhin dem Buddhismus zugeschrieben. Die Tagung „Der andere Islam“ (30./31. März) zeigt Beispiele für Gewaltlosigkeit auch im Islam. „Die beargwöhnte Elite“ (23./24. März) setzt sich mit dem ungeklärten Verhältnis der evangelischen Kirche zu gesellschaftlichen Führungskräften auseinander. -
"Wie der Vater, so der Sohn?"
Ebenso kommen unsere persönlichen Lebensmuster auf den Prüfstand: Bei der Tagung „Wie der Vater, so der Sohn?“ (20./21. Januar) geht es um männliches Selbstverständnis: Geben wir als Väter nur traditionelle Vorbilder weiter oder nutzen wir eigene Spielräume? -
"Leben und Leiden - vom Umgang mit der Krankheit"
Dass die Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit nicht normativ ist und zudem kulturelle Einflüsse bei dem Verständnis von Krankheit eine Rolle spielen, zeigt „Leben und Leiden – vom Umgang mit der Krankheit“ (3./4. Februar).
Neue Tagungsformate setzen Akzente
Neue Tagungsformate setzen Akzente: „Aus dem Leiden mit Flügeln in die Freiheit“ ist die erste Veranstaltung einer Tagungsreihe, die sich mit Frauenwelten zwischen Tradition und Moderne beschäftigt. Film und Gespräch sind hier eng verknüpft. Impulse für den Erfahrungsaustausch erhalten die Teilnehmerinnen durch Spiel- und Dokumentarfilme, die zu jedem thematischen Abschnitt gezeigt werden (2. - 4. April). Die Tagung „Die Leichtigkeit des Seins“ versucht aus der Spannung zweier Bereiche, hier Kunsterfahrung und Alltagserleben, neue Impulse zu gewinnen (4./5. Mai). Unterstützt werden wir dabei von dem Theater an der Ruhr als Kooperationspartner.
Ebenfalls im Blick: das Jahr "Reformation und Musik" und Spiritualität
Die diesjährige Begleittagung zum ökumenischen Predigtpreis „Mehr als tausend Worte...“ nimmt auf das Jahr „Reformation und Musik“ der Lutherdekade Bezug und gibt Anregungen zum konstruktiven Umgang mit musikalischer Vielfalt im Kirchenraum (9. Mai).
Auch das spirituelle Moment kommt nicht zu kurz: Die Aufforderung „Innehalten – und die Seele baumeln lassen“ ist Motto der diesjährigen Sommerwoche, in deren Mittelpunkt das biblische Motiv der Ruhe steht (16. - 21. Juli).
Rückblick auf 2011: Stabile Besucherzahlen, öffentliches Interesse für strittige Themen und neue Veröffentlichungen
Zu Beginn 2012 blickt die Akademie auf ein Jahr mit stabilen Besucherzahlen zurück. „Insbesondere ist es uns bei einigen Tagungen gelungen, strittige Themen stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken, so z. B. bei unserer Tagung zur Rolle von Whistleblowing in Unternehmen“, unterstreicht Vogelsang. Neben ihrer Tagungs- und Netzwerkarbeit haben sich die Studienleitenden 2011 stark als Autoren und Herausgeber engagiert. Elf neue Veröffentlichungen sind erschienen, in der Akademie-Reihe „Begegnungen“, als epd-Dokumentation oder in Kooperation mit Verlagen.
Engagement im Internet erweitert - ökumenisches Projekt Forum Naturwissenschaft Theologie auf Facebook erfolgreich gestartet
Im Internet bieten die sozialen Netzwerke neue Möglichkeiten des Dialogs und Marktplätze für themenorientierte Diskussion. Um diese Chancen wahrzunehmen, hat die Akademie 2011 ihr Engagement im Internet erweitert. Neben der Homepage www.ev-akademie-rheinland.de und der seit zwei Jahren bestehenden Themenseite www.theologie-naturwissenschaften.de ist sie jetzt auf Facebook als evangelischer Partner an dem ökumenischen Projekt Forum Naturwissenschaft Theologie beteiligt, das bereits 300 feste Interessenten verzeichnet.
Das neue Halbjahresprogramm 1/2012: ab sofort bei der Akademie erhältlich und als Download bereit gestellt
Das neue Halbjahresprogramm 1/2012 kann bei der Akademie angefordert werden (Tel.: 0228 9523 209 oder per Mail). Es ist darüber hinaus am Schluss dieses Artikels zum kostenlosen Herunterladen bereit gestellt. Interessentinnen und Interessenten, die bereits in unseren Verteiler eingetragen sind, erhalten das Programm in den ersten Tagen des neuen Jahres.
hbl / 30.12.2011
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