Aktuelle Informationen aus der Evangelischen Akademie im Rheinland
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Akademiearbeit,
dieser Newsletter bietet Ihnen interessante Tagungsprojekte, prominente Köpfe, O-Töne und einen Ausblick auf den Sommer.
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Start im April: Neue Tagungsreihe mit neuem Konzept
Im April startet eine neue Themenreihe mit einem neuen Konzept an der Akademie. Bei der Tagungsprojekt „Frauenwelten zwischen Tradition und Moderne“ sind Film und Gespräch im Tagungsgeschehen eng verknüpft. Spiel- und Dokumentarfilme aus verschiedenen Ländern und Kulturen geben die Impulse für den anschließenden Erfahrungsaustausch. So will die Tagung den Dialog des Lebens zwischen den Teilnehmerinnen fördern. Statt eines rein wissenschaftlichen Zuganges sollen Verstand und Gefühl gleichermaßen zu ihrem Recht kommen.
Um Verletzungen und Benachteiligungen von Frauen geht es bei der Auftakttagung „Aus dem Leiden mit Flügeln in die Freiheit!“, die vom Montag, 2. April 2012, bis Mittwoch, 4. April 2012, in der Akademie stattfindet.
Die Situation der Frau hat sich in den letzten hundert Jahren in vielen Ländern in rechtlicher, ökonomischer, politischer und sozialer Sicht entscheidend verbessert. Trotz allem müssen auch heute noch Frauen in vielen Teilen dieser Erde um einen eigenen, freien Lebensweg kämpfen. Zwangsprostitution, Zwangsehen, weibliche Genitalverstümmelung, sexuelle und soziale Vergewaltigung verletzen sie in ihrer persönlichen Integrität und schränken sie in ihren Lebensmöglichkeiten ein. Schlechtere Zugänge zu Bildung und Beruf, religiös oder kulturell bedingte Einschränkungen erschweren ihnen ein selbstbestimmtes Leben.
Studienleiterin Professorin Sung-Hee Lee-Linke hat drei dieser Aspekt für die anstehende Tagung als Themen ausgewählt: „Das Frauenleben zwischen Ehe und Scheidung“, „Die durch Religion und Kultur verbotene Liebe“ und „Die Stärke der Mutterliebe gegen das Vergewaltigungstrauma“ ausgewählt.
Der Dokumentarfilm „Scheidung auf Iranisch“, ist Auftakt zum Tagungsabschnitt „Frauenleben zwischen Ehe und Scheidung“. Die Internationale Co-Produktion „Jaffa“ (Deutschland/Israel/Frankreich) eröffnet den Themenbereich „Die durch Religion und Kultur verbotene Liebe“. "Grbavica (Esmas Geheimnis)", ebenfalls eine internationale Co-Produktion u.a. unter Beteiligung von Bosnien und Herzegowina, ist der Einstieg zu Gesprächen über „Die Stärke der Mutterliebe gegen das Vergewaltigungstrauma.“
Religiöse Aspekte und der Blick auf den christlichen Glauben als Mutmacher sind Sung-Hee Lee-Linke ebenso wichtig. In der Bibel finden sich viele ermutigende Frauengeschichten. Drei ausgewählte Geschichten aus dem Neuen Testament werden in einem Bibelgespräch im Plenum vorgestellt.
„An diesen Tagen wollen wir uns durch die gemeinsame Bibelarbeit erquicken lassen und uns durch den Erfahrungsaustausch gegenseitig dazu ermutigen, uns mit neu gewonnenen Flügeln aus dem Leiden in die Freiheit aufzuschwingen“. Das ist der Wunsch, den Studienleiterin Sung-Hee Lee-Linke mit diesem Tagungsangebot verbindet.
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Prominente Köpfe
Prof. Dr. Elisabeth Moltmann-Wendel und Prof. Dr. Helen Schüngel-Straumann
Die Feministische Theologie ist ein Beispiel dafür, wie Frauen durch ihr Engagement, ihr Wissen und durch schwesterliche Solidarität etwas bewirken können. Christliche Feministische Theologie ist aus der Vielfalt der Frauenbewegungen in den 60er Jahren entstanden. Diese Theologie nimmt die Perspektive der Frauen ein und setzt sich mit gesellschaftlicher, sozialer, kultureller und religiöser Ungerechtigkeit gegenüber Frauen in Gesellschaft und Kirche auseinander.
Zwei Pionierinnen der Feministischen Theologie sind am 28./29 April in der Akademie zu Gast: Dr. Elisabeth Moltmann-Wendel von evangelischer Seite und Professorin Dr. Helen Schüngel-Straumann von katholischer Seite. Sie geben bei der Tagung „Feministische Theologie im Dialog des Lebens“ als Zeitzeuginnen und wesentliche Impulsgeber Auskunft zu den Anfängen und der weiteren Entwicklung der Feministischen Theologie bis heute.
Elisabeth Moltmann-Wendel schildert u.a. Eindrücke von der sog. Sexismus-Konsultation des Ökumenischen Rates 1974 in Berlin. Diese Konsultation, die gleiche Beteiligung von Frauen und Männern in der Kirche einforderte, gilt als Ausgangspunkt der feministisch-theologischen Bewegung in Deutschland.
Die Veränderungen, die die neue feministisch-theologische Perspektive in der Folgezeit bewirkte, nimmt Helen Schlüngel-Straumann in den Blick: "Was hat Feministische Theologie angestoßen und verändert? Erfahrungen mit Theologinnen im evangelischen und katholischen Bereich."
Derzeit ist es um die Feministische Theologie eher still geworden. „Fünfzig Jahre nach der Entstehung der feministischen Theologie braucht die dritte und vierte Frauengeneration angesichts der veränderten Lebenswelten von Frauen eine neue Orientierung,“ stellt Tagungsleiterin Professorin Sung-Hee Lee-Linke fest. Deshalb geht es bei der abschließenden Diskussionsrunde um die Frage: „Feministische Theologie – wohin?“
„Wir wollen uns über unterschiedliche Erfahrungen und Wahrnehmungen der Feministischen Theologie austauschen und Impulse für die Zukunft gewinnen“, so Studienleiterin Professor Dr. Sung-Hee Lee-Linke.
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O-Töne aus der Akademiearbeit
„Ist das Leiden der Welt von Gott gewollt?“
Ein Interview mit Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang
In der vergangenen Woche hat sich eine Akademietagung mit der Frage beschäftigt, wie und ob ein Gottesbild, das die Allmacht und Güte Gottes voraussetzt, mit Leiderfahrungen und Katastrophen zu vereinbaren ist. Diese Frage nach der Rechtfertigung Gottes, die sog. Theodizee-Frage, wird seit der Antike von Philosophen, Theologen und Gläubigen diskutiert.
Im Vorfeld der Tagung hat Niklas Schenk von der Redaktion des Kirchenmagazins „Himmel und Erde“ mit Dr. Frank Vogelsang gesprochen. Dieses Interview können Sie auf unserer Seite www.ev-akademie-rheinland.de nachhören:
http://www.ev-akademie-rheinland.de/themen/theodizee-1822.php
… und diejenigen, die ihre eigene Sicht auf diese Frage einbringen möchten, haben dazu auf unserer ökumenischen Facebook-Seite Forum Naturwissenschaft Theologie Gelegenheit:
https://www.facebook.com/Forum.Naturwissenschaft.Theologie
Denn dort ist derzeit die Diskussion zu dieser eröffnet.
„Die beargwöhnte Elite“
Ein Interview mit Landespfarrer und Studienleiter Peter Mörbel
„Die öffentliche Wahrnehmung von Eliten pendelt zwischen Exzellenzerwartung und Arroganzfurcht, Erlösungshoffnung und Verteufelung.“ So umreißt der 2011 erschienene EKD-Text „Evangelische Verantwortungseliten“ das aktuelle Verhältnis zu Menschen in Führungspositionen von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.
Doch welcher Begriff von Eliten wird dabei überhaupt zugrunde gelegt? Welche Erwartungen stellt die Mehrheitsgesellschaft in einer demokratischen Gesellschaft an Menschen in Schlüsselpositionen einerseits und wie sehen sich die Eliten selbst? Aus dieser Wechselbeziehung folgt die Schlüsselfrage: Wie viel Eigeninteresse ist ihnen unbenommen, welche Verantwortung sollen und müssen Eliten für das Wohl des Gemeinwesen übernehmen?
Bei der Tagung „Die beargwöhnte Elite“ ging es in der vergangenen Woche um diesen Themenkomplex. Im Vorfeld der Tagung sprach Hilde Regeniter vom Domradio Köln mit Studienleiter Peter Mörbel über den Begriff der Elite und über seine Motive, diese Tagung auszurichten. Dieses Interview können Sie jetzt auf unserer Internet-Seite abrufen:
http://www.ev-akademie-rheinland.de/themen/elite-1839.php
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Ausblick auf den Sommer
Vom 16. bis 21. Juli 2012 lädt die Akademie zu ihrer diesjährigen Sommerwoche ein:
„Innehalten – und die Seele baumeln lassen“.
Der Titel weist schon auf den Aspekt hin, der in diesem Jahr im Mittelpunkt steht. Es geht darum, einmal ganz bewusst die heilsame Wirkung der Ruhe auszuprobieren und zu genießen.
Die Notwendigkeit der Ruhe als Gegenpol zur Bewegung ist keine Entdeckung erst unserer Zeit, die uns viel Einsatz und Mobilität abverlangt. Bei dem Thema unserer Sommerwoche können wir an biblische Traditionen anknüpfen: Die Ruhe ist ein wichtiges, allerdings oft übersehenes biblisches Motiv. So ist z.B. der krönende Abschluss der Schöpfungserzählung nicht der sechste Tag, an dem der Mensch geschaffen wurde, sondern der siebte Tag, der Schabbat, an dem Gott ruhte.
Wir brauchen in unserem Leben den Wechsel von Bewegung und Ruhe, das eine ist nicht ohne das andere. Doch die Bewegung prägt unsere Gesellschaft und Kultur viel mehr als die Ruhe. Von dieser Beobachtung ausgehend wollen wir uns damit beschäftigen, wie wir Ruhe und Bewegung zueinander in ein harmonisches Verhältnis bringen können, denn im Wechsel von Ruhe und Bewegung eröffnet sich uns die Möglichkeit zur Begegnung mit uns selbst, zur Begegnung mit anderen, mit der Schöpfung und mit Gott.
Im Verlauf der Sommerwoche sollen Andachten, Meditation und Gesang, Ausflüge und gemeinsam verbrachte Zeit Wege eröffnen, zur Ruhe und zum Einklang mit sich selbst zu kommen. Dazu laden wir Sie herzlich ein!
Das Programm ist jetzt erschienen.
Sie können es bei uns anfordern (Tel.: 0228 9523 209) oder auch auf unserer Internet-Seite abrufen:
http://www.ev-akademie-rheinland.de/themen/sommerwoche-2012-1838.php
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Weiterführende Links
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Film: Scheidung auf Iranisch, Großbritannien/Iran 1998
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Film: „Jaffa“, internationale Co-Produktion 2009
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Film: "Grbavica (Esmas Geheimnis)", internationale Co-Produktion, 2006
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Mit herzlichen Grüßen aus der Akademie
Charmaine Unkrig
Programmversand
Mail an Charmaine Unkrig
Telefonisch erreichbar Mo. - Fr. 10.00 – 13 Uhr
unter.: 0228 9523 209
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Mail an Programm
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V.i.S.d.P. Dr. Frank Vogelsang, Akademiedirektor
hbl / 23.03.2012
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