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IV. Forum Neuroethik
Die Macht der Gefühle
Am 22. und 23 Januar 2010 lädt die Evangelische Akademie im Rheinland zum 4. Male zum Forum Neuroethik ein. Dieses Mal stehen die Gefühle im Mittelpunkt.
Gefühle sind allgegenwärtig. Sie beeinflussen die individuelle Wahrnehmung, das Denken und Handeln, und sie prägen jede Kultur. Dennoch wussten die Wissenschaften einschließlich der Philosophie lange Zeit kaum etwas mit ihnen anzufangen. Sind Gefühle nicht allzu subjektiv? Wie soll man sie überhaupt begrifflich fassen oder gar ordnen? Doch trotz dieser Schwierigkeiten ist die Beschäftigung mit Emotionen spätestens seit den 1990er Jahren in den Mittelpunkt interdisziplinärer sozial-, kultur- und naturwissenschaftlicher Forschungen getreten. Die strikte Trennung zwischen Rationalität und Gefühl wurde überwunden. Moderne Entscheidungs- und Handlungstheo rien berücksichtigen zunehmend das scheinbar Irrationale im menschlichen Verhalten. Insbesondere die Neurowissenschaften forschen über Emotionen und ihre physiologischen Grundlagen. Dabei haben sie häufig ein klinisches Interesse, wie die Behandlung von Depressionen. Doch ein besseres Verständnis der Mechanismen, die unseren Gefühlen zugrunde liegen, ist nicht nur therapeutisch anwendbar. Es kann auch kommerziell genutzt werden. Wird man also in Zukunft seine Gefühle quasi auf Knopfdruck regulieren können – oder werden es gar andere für uns tun? Sind Psycho- und Neuromarketing der Auftakt zu immer subtileren, hirngerechteren Manipulations- und Verführungstechniken?
Das IV. Forum Neuroethik nähert sich den Gefühlen als einem komplexen Phänomen, das die ganze Person betrifft.
Frank Vogelsang 06.01.2010
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