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Am 21. Mai 2007 in der Akademie
Forum Bioethik der Evangelischen Kirche im Rheinland gegründet
Mit der Gründung des Forums Bioethik wird der Einsicht Rechnung getragen, dass die ethischen Fragen der Biowissenschaften und Biotechnologien eine grundlegende Bedeutung für unsere Gesellschaft haben und, mehr noch, zukünftig haben werden .Das Themenfeld ist sehr weit gespannt und erfasst die Grundlagenforschung im Bereich der Genetik ebenso wie die Anwendung im Bereich der Fruchtbarkeitsmedizin, sie reicht von den Fragen des Anfangs menschlichen Lebens bis zu den Eingriffsmöglichkeiten am Ende des menschlichen Lebens.
Die Kirchen sind bei diesen Fragen besonders herausgefordert. Ihnen wird hier von der Bevölkerung nach neueren Umfragen eine hohe Urteilskompetenz zugesprochen. Deshalb ist es wichtig, die Diskussionen auf den unterschiedlichen Ebenen kirchlichen Handelns lebendig zu gestalten und zur aktiven Mitwirkung einzuladen.
Die Evangelischen Kirche im Rheinland hat jetzt ein Forum Bioethik initiiert: Bei der Auftaktveranstaltung am 21. Mai an der Evangelischen Akademie im Rheinland sind etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kirchenkreisen und kirchlichen Einrichtungen zusammengekommen, um neuere Entwicklungen in der Diskussion um Medizin und Biotechnologien zu erörtern.
Den Hauptvortrag hielt Ulrich Eibach, Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Universität Bonn. Er sprach über "Medizinischer Fortschritt und die Krise der Ziele der Medizin - Ist der medizinische Fortschritt automatisch ein Fortschritt zu mehr Humanität?". Eibach nahm kritisch zu Entwicklungen in der modernen Medizin Stellung. Er hob unter anderem hervor, dass in dem bestehenden Gesundheitssystem durch falsche Anreize die Ziele der Medizin nicht mehr deutlich seien. Insbesondere die ökonomischen Anreizsysteme führten immer wieder zu Resultaten, die einer bestmöglichen Versorgung der Bevölkerung mit medizinischen Leistungen entgegenstünden. Den Vortrag von Professor Eibach finden Sie zum Download am Ende dieses Artikels.
In der anschließenden Debatte unter der Moderation von Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang und Professor Dr. Johannes von Lüpke, Kirchliche Hochschule Wuppertal, wurde auf die neueren Entwicklungen in der Medizin hingewiesen, die infolge der kostenintensiven medizinischen und biotechnologischen Forschung die ökonomischen Aspekte immer mehr in den Vordergrund treten lassen. Es wurde gefordert, die eigentlichen Ziele der medizinischen Anwendungen wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen.
Das Forum Bioethik der Evangelischen Kirche im Rheinland wird zweimal im Jahr stattfinden. Es verfolgt zwei Ziele:
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Zum einen will es durch Vorträge Anregungen und Impulse für die Debatten in kirchlichen Kreisen und Gruppen geben.
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Zum anderen dient das Forum regionalen kirchlichen Gruppen als Ort des Austausches über ihre Aktivitäten und Veranstaltungsplanungen. Die aktuellen Aktivitäten und Planungen der Anwesenden standen unter dem Vorzeichen des nahenden Kirchentages in Köln.
Frank Vogelsang/hbl 23.05.2007
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