Evangelische Akademie im Rheinland

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Themenschwerpunkt 

Politik

Die Evangelische Akademie im Rheinland befasst sich mit aktuellen politischen Themen, die für Christen und Kirche von Bedeutung sind.

Dazu gehören naturgemäß besonders solche Themen, die ihren Niederschlag in der Evangelischen Kirche im Rheinland finden und dort in den Kirchenkreisen, Gemeinden und innerhalb der Kirchenleitung diskutiert werden. Konkret gibt es derzeit folgende Themenschwerpunkte: Europa
Die Charta Oecumenica der EKD hat Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa und die gemeinsame Verantwortung in Europa formuliert. Darin heißt es: 
„Ohne gemeinsame Werte ist die Einheit dauerhaft nicht zu erreichen. Wir sind überzeugt, dass das spirituelle Erbe des Christentums eine inspirierende Kraft zur Bereicherung Europas darstellt. Aufgrund unseres christlichen Glaubens setzen wir uns für ein humanes und soziales Europa ein, in dem die Menschenrechte und Grundwerte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Toleranz, der Partizipation und der Solidarität zur Geltung kommen. Zugleich ist jeder Eurozentrismus zu vermeiden und die Verantwortung Europas für die ganze Menschheit zu stärken, besonders für die Armen in der ganzen Welt.“   Die Akademie leitet daraus konkret ab, dass es darum gehen muss, sich des gemeinsamen und unterschiedlichen kulturellen und religiösen Erbes bewusst zu werden und sich darüber auszutauschen. Das Nein der Franzosen und der Niederländer zum Entwurf der europäischen Verfasssung hat wach gerüttelt und deutlich gemacht, dass die Menschen zuletzt vom Vereinigungsprozess ausgeschlossen waren. Deswegen sind Begegnung und Austausch von Christen in Europa über ihr Selbstverständnis und ihr Europabild notwendig.  
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Globalisierung
Die Evangelische Kirche im Rheinland wird sich auf Ihrer Synode 2008 mit den Möglichkeiten eines Engagements für eine gerechte und menschenwürdige Globalisierung befassen. Sie tut dies im Rahmen des internationalen ökumenischen konziliaren Prozesses "Gerechtes Wirtschaften", dem sich bereits zahlreiche Partnerkirchen angeschlossen haben. Er versteht sich als ökumenische Antwort der Kirchen auf die negativen Folgen der Globalisierung.
Die Evangelische Akademie im Rheinland begleitete die Vorbereitung der Synode mit drei Tagungen, auf denen die Perspektiven der Länder des Nordens und des Südens behandelt wurden und Antworten der Kirchen auf die Globalisierung diskutiert wurden. Die Tagungen und ihre Ergebnisse sind hier auf unserer Internet-Seite dokumentiert.
Auch im Anschluss an die Synode 2008 wird "Globalisierung" weiterhin als  Thema in der Akademie bearbeitet werden. Dabei wird es u.a. auch um Waffenhandel, organisierte Kriminalität, die Rolle der Religionen insgesamt gehen. 
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Frieden und Sicherheit
Hier geht es vor allem um die Behandlung und Bearbeitung des Themenfeldes „Gemeinsame Europäische Außen- und Sicherheitspolitik“ sowie die Einbindung in das Verteidigungsbündnis NATO.
Die protestantische Friedensethik hat in den vergangenen Jahren im Rheinland wieder an Stellenwert gewonnen und sich kritisch über die Entwicklungen des „wars on terror“ und die der globalen Sicherheitslage geäußert. Dabei ging es auch immer wieder darum, unter welchen Bedingungen die Bundeswehr sich an militärischen Auslandseinsätzen beteiligen soll und darf. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie eine zivile Komponente in der Konfliktbearbeitung und – Prävention Fuß fassen kann und unter welchen Bedingungen militärische Einsätze stattfinden können.
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Christlich-islamischer Dialog
Vor dem Hintergrund der Zuwanderung von Muslimen in den letzten Jahrzehnten ist der Islam in Deutschland und Europa inzwischen eine feste Größe geworden. Die Muslime sind mittlerweile die zweitstärkste religiöse Gruppe nach den Christen. Die hier lebenden Muslime haben sich inzwischen eingerichtet und wollen dauerhaft in Europa und Deutschland leben. Doch zuweilen treffen unterschiedliche Auffassungen, Gewohnheiten und Verständnisse aufeinander und müssen erst mühsam geklärt werden. Die Attentate vom 11. September und in London und Madrid danach, haben Muslime vielfach unter Generalverdacht gestellt, ohne sich wirklich mit der Religion und den Verhältnissen in der islamischen Welt auseinander zu setzen. Die Evangelische Akademie im Rheinland bemüht sich daher um gemeinsame Tagungen und Projekte u.a. mit dem Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. und der türkischen DITIB e.V., um Integration und gemeinsames Verständnis füreinander möglich zu machen.  
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Zu Integration und Migration
Hier sind zwei Bereiche zu unterscheiden: Einmal der europäische Integrationsprozess mit seiner sukzessiven Erweiterung um weitere Mitglieder und der Schaffung eines Staatenbundes mit einer eigenen Verfassung und eigenen Rechtsorganen und zweitens der Integrationsprozess der Menschen, die in Europa leben und nicht notwendigerweise immer auch einen europäischen Hintergrund haben. Sie auf gemeinsame Regeln, Werte und Traditionen einzuschwören und tolerant miteinander umzugehen werden die eigentlichen Herausforderung der nächsten Jahrzehnte sein. Konkret wird sich die Akademie mit den Menschen befassen, die aus dem Ausland nach Deutschland und Europa gekommen sind und sich hier um Integration bemühen.
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Netzwerke schaffen und mit ihnen kommunizieren
Für die Bearbeitung dieser Themen sind Netzwerke und Partnerschaften inner- und außerhalb der Kirchen notwendig. Die Akademie bemüht sich daher neben der Tagungsarbeit kontinuierlich um das Gespräch mit Wissenschaftlern, Nichtregierungsorganisationen, Medien, Journalisten und Politikern. Die Arbeit erfordert Aufmerksamkeit, Fachwissen und Beharrlichkeit. Netzwerkarbeit ist für Außenstehende unsichtbar, doch auf ihr fußt die kompetente Bearbeitung aller Themen, die in der Evangelischen Akademie im Rheinland bearbeitet werden.
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Jörgen Klußmann 17.04.2007


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