
Kirche und Arbeitswelt
Im Blickpunkt: Mobbing
Zwischen 3 % und 7 % der Berufstätigen in Deutschland, davon 75 % Frauen, erleben Kränkungen durch Kollegen oder Vorgesetzte. Nicht wenige erkranken massiv an Leib und Seele.Die einzelne Person erlebt Mobbing als existenzelle Katastrophe. Sie braucht seelsorgerliche Anlaufstellen für den Krisenfall, fachliche Beratung und psychologisch qualifizierte Therapie- und Nachsorgeangebote.
Neben der individuellen hat Mobbing auch eine strukturelle Dimension. Jeder Betrieb, jede Gemeinde und jede Dienststelle verliert ihre Integrität, wenn Mobbing-Probleme nicht frühzeitig erkannt und gezielt bekämpft werden. Produktivitätseinbußen durch schlechtes Betriebsklima sind ein gravierender Wettbewerbsnachteil. Mobbing im kirchlichen Bereich beschädigt zudem immer auch nach innen wie nach außen die Glaubwürdigkeit der ganzen Institution.
Darum besteht bei Leitungsverantwortlichen in Kirche, Caritas, Diakonie und Sozialwirtschaft ebenso wie bei Unternehmensleitungen in der Wettbewerbswirtschaft großes Interesse an Präventionsmethoden und Konfliktbearbeitungsmodellen.
Herbst 2007: Fachtagung zum Thema "Mobbing" an der Evangelischen Akademie im Rheinland
In der Evangelischen Akademie im Rheinland hat im Herbst 2007 eine Fachtagung zum Thema "Mobbing" stattgefunden: "Wenn keine grüßt und alle schweigen ... Perspektiven der Anti-Mobbing-Arbeit".
Sie gab Gelegenheit zum Austausch mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Fachkräften aus Arbeitsmedizin und Sozialpsychologie sowie mit den Organisatoren der Mobbing-Hotline NRW. Die Tagung wurde mit der zuständigen Fachabteilung im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport abgestimmt.
Vorbereitet wurde sie von Pfarrer Peter Mörbel, als Studienleiter an der Evangelischen Akademie im Rheinland zuständig für die Arbeitsbereiche Wirtschaft, Arbeitswelt und Sozialer Wandel.
Kooperationspartner sind der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Kirche im Rheinland und die Katholische Betriebsseelsorge des Bistums Essen.
geb. 1946. Chemiestudium, 1975 Promotion zum Dr. rer. nat.. Wissenschaftlicher Assistent, ab 1988 akademischer Rat in der Psychiatrischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Mehrere Jahre Personalratsarbeit für das wissenschaftliche Personal des UKE; Arbeitsschwerpunkt "Konflikt- und Motivationsforschung am Arbeitsplatz"; 1998 Gründung der Konfliktlösungsinitiative KLIMA e. V. und seitdem Vorstandsmitglied, seit 1999 Projektentwicklung zur vergleichenden biochemischen und psychologischen Untersuchung Mobbingbetroffener, seit 2005 tätig in der Konfliktberatungsarbeit im UKE.
Veröffentlichungen: Mitherausgeber des Mobbingkompendiums "Arbeitsplatzkonflikte", Europäischer Verlag der Wissenschaften 2003 (mit PD Dr. Gerd Arentewicz); Mitherausgeber von "Geist, Seele und Gehirn", Lit-Verlag 2004; Koautor von "Die 45 Mobbing-Antworten" , Lit-Verlag 2005.
Josef Schwickerath
geb. 1952. Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, mit Ausbildung in Verhaltenstherapie und Gesprächstherapie. Seit 1986 Leitender Psychologe der Klinik Berus (Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin). Seit März 2000 Leitung des Instituts für Fort- und Weiterbildung in klinischer Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin an der Klinik Berus e.V. (IVV). Arbeitsschwerpunkte: Verhaltenstherapeutische Supervision, Einzel- und Gruppentherapie bei psychosomatischen Erkrankungen, Angststörungen, Depressionen und Mobbing.
Veröffentlichungen u. a. in Financial Times Deutschland (21.12. 2001), Focus Titel (13.5.2002), BamS (10.3.2002); Buchveröffentlichung: Schwickerath J., Carls W., Zielke M. u. Hackhausen W.: Mobbing am Arbeitsplatz - Grundlagen, Beratungs- und Behandlungskonzepte. Pabst Science Publishers, Lengerich 2004. Nähere Informationen lesen Sie hier:
Martina Stackelbeck
geb. 1959. Diplomvolkswirtin; seit 1987 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Sozialforschungsstelle der Universität Dortmund. Arbeitsschwerpunkte: Personal- und Organisationsentwicklung, Organisationskultur; Wandel von Arbeit; Konflikteskalationen und Mobbing; Beratung von Unternehmen, öffentlicher Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen bei der Organisations- und Personalentwicklung; Kompetenztrainings zur Konfliktbearbeitung am Arbeitsplatz.
Ausgewählte Veröffentlichungen: Meschkutat, Bärbel/ Stackelbeck, Martina: Der Mobbing-Report: Relevante Ergebnisse und Gestaltungsempfehlungen; in: Gertraude Krell (Hg.): Chancengleichheit durch Personalpolitik - Gleichstellung von Frauen und Männern in Unternehmen und Verwaltungen.Rechtliche Regelungen - Problemanalysen - Lösungen, 4. Auflage. Wiesbaden 2004; Meschkutat, Bärbel/ Stackelbeck, Martina/ Langenhoff, Georg: Der Mobbing-Report – Eine Repräsentativstudie für die Bundesrepublik Deutschland(= Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Fb 951), Dortmund/ Berlin 2002. Weitere Informationen finden Sie hier.
Peter Mörbel/hbl 29.08.2007
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