Evangelische Akademie im Rheinland

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(K)eine Chance für den Dialog? - ein Aufsatzband, erschienen im Alektor-Verlag
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(K)eine Chance für den Dialog? - ein Aufsatzband, erschienen im Alektor-Verlag

Themenschwerpunkt 

Christen und Muslime

Der Dialog zwischen Muslimen und Christen hat an Intensität, auch an Brisanz gewonnen. Austausch wie Streit, Gemeinsamkeiten wie Differenzen werden vor allem vor dem Hintergrund der internationalen Auseinandersetzungen wahrgenommen.

Ebenso spielen die wachsenden Fundamentalismen eine Rolle.

Die Evangelische Akademie im Rheinland thematisiert die unterschiedlichen Facetten des Verhältnisses von Christen und Muslimen in ihren Tagungen. Darüber hinaus hat sie sich an Buchprojekten zu diesem Thema beteiligt.

Tagung: Gewaltdiskurse im Islam, Christentum und Judentum 

Am 13. und 14. Februar 2009 fand in der Akademie eine Tagung zum Thema "Gewaltdiskurse im Islam, Christentum und Judentum" statt. 

Gewaltbereitschaft wird oft und gerne dem jeweils anderen unterstellt. In Kriegen und gewaltsamen Konflikten ist es ein immer wieder beobachtbares Phänomen, dass die Gegner dämonisiert, herabgewürdigt und entmenschlicht werden. Religiöse Vertreter bilden dabei keine Ausnahme. Häufig sind es gerade sie, die Kraft ihrer moralischen und spirituellen Autorität besonderen Einfluss geltend machen. Das hat Folgen: Heutzutage sind mehr als die Hälfte aller Europäer davon überzeugt, Religionen seien eine Quelle von Intoleranz und Gewalt. In der jüngsten Zeit hat man immer wieder besonders dem Islam unterstellt, eine „gewalttätige“ Religion zu sein.

Auf der Tagung vorgestellt: Neue Studie zu innerislamischen Gewaltdiskursen, erarbeitet vom Verbundprojekt "Mobilisierung von Religion in Europa"

Am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien  in Erfurt und dem Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients der Universität Jena hat eine Arbeitsgruppe Stellungnahmen von Muslimen gesammelt, die sich zur Anwendung von Gewalt kontrovers äußern. Dabei hat sie Situationen, in denen Gewalt befürwortet bzw. abgelehnt wurde, mit in ihre Betrachtung einbezogen.

Dr. Mariella Ourghi, Orientalisches Seminar von der Universität Freiburg, Prof. Dr. Tilman Seidensticker vom Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients an der Universität Jena und
Professor Dr. Hans G. Kippenberg, Max-Weber-Kolleg, waren auf der Tagung persönlich anwesend und präsentierten die Studie.

Ebenfalls behandelt: Gewaltdiskurse im religiösen Zionismus und im Christentum 
Ähnliche Kontroversen gibt es auch zwischen Juden und Christen. Religiöse Zionisten haben den Siebentage-Krieg von 1967 als Krieg der Erlösung gedeutet und die Gewalt gegen Palästinenser gerechtfertigt; doch erhoben sich unter ihnen auch Stimmen, die Zweifel an dem Vorrang der Besiedlung biblischen Landes vor einem Frieden mit den Palästinensern äußerten.
Ebenfalls behandelt werden der Typus der christlichen Kriegspredigt und die Diskussionen darüber.
Ein besonderer Fall sind südafrikanische Christen, die ihre theologische Begründung der Apartheid revidierten und damit zur Versöhnung von Weißen und Schwarzen beitrugen.

Tagung hat Impulse gegeben
Die Tagung wollte einen Beitrag dazu leisten, abstoßende Phänomene religiöser Gewalt sachlicher zu beurteilen und die theologischen Begründungen wie auch deren Revisionen zu begreifen.
Einen Bericht über die Tagung finden Sie hier.


Buchprojekt: (K)eine Chance für den Dialog?

2007 ist im Alektor-Verlag, Berlin, eine Aufsatzsammlung zu diesem Thema veröffentlicht worden. Sie dokumentiert den Diskussionsprozess, den die Beuaftragten für das christlich-islamische Gespräch der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen in Zusammenarbeit mit Einrichtungen beider Landeskirchen in den zurückliegenden Jahren (ab 2005) geführt haben:

Dirk Christian Siedler, Annette de Fallois, Jörgen Klußmann (Hrsg.)
(K)eine Chance für den Dialog?
Christen und Muslime in der pluralen Gesellschaft
Beiträge zu einem kontroversen Themen
Berlin: Alektor Verlag 2007
312 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-88425-087-7
Das Buch ist über den Buchhandel zu beziehen.   

Fragen, die aktuell auf der Agenda des Dialogs ganz oben stehen 

"Die Herausgeber wollen mit diesem Band die Diskussionen bündeln und einen Beitrag zur Meinungsbildung und Positionsfindung im Bereich der evangelischen Kirchen leisten. Auf den dokumentierten Tagungen wurden gerade jene Fragen diskutiert, die aktuell auf der Agenda des Dialogs ganz oben stehen: das Verhältnis des christlichen Bekenntnisses und des muslimischen Glaubens, das Verbindende und das Trennende zwischen Judentum, Christentum und Islam, die Einzigkeit Christi und der Dialog, das Verhältnis der Religionsgemeinschaften zum säkularen Staat und die Möglichkeiten einer islamisch-theologischen Begründung einer säkularen Gesellschaftsform sowie die Herausforderungen unserer Weltgesellschaft durch muslimischen und christlichen Fundamentalismus. Wir wissen: Kurze und bündige Antworten sind oft kurzschlüssig. Deshalb verstehen wir diesen Band als einen konstruktiven Beitrag zur Versachlichung der Diskussion, in der auch islamische Sichtweisen und  Interpretationen wahrzunehmen und zu berücksichtigen sind."
(aus der Einleitung)

Klarheit und gute Nachbarschaft

"Aus christlichen Gemeinden - in der Evangelischen Kirche im Rheinland und darüber hinaus - wird immer häufiger und auch dringlicher die Fragen nach dem Verhältnis des christlichen zum muslimischen Glauben gestellt.
In vielen Städten stellt sich aufgrund der direkten Nachbarschaft die Fragen nach dem institutionellen Verhältnis von Kirche und Moschee. Auch die Beauftragten für das christlich-islamische Gespräch fragen immer wieder nach einer kirchlichen Positionsbestimmung. Die durch die Medien provozierten schnellen Antworten sind selten hilfreich.
Dieses Buch will die Erträge eines Diskussionsprozesses der letzten drei Jahre sichern, in denen die Beratungsstelle für christlich-islamische Begegnung der Evangelischen Kirche im Rheinland in Kooperation mit anderen kirchlichen Einrichtungen, zuletzt unter der Federführung der Evangelischen Akademie im Rheinland in Kooperation mit dem Zentralrat der Muslime, Tagungen zu zentralen kontrovers diskutierten Themen durchgeführt hat. Die nun gebündelten Vorträge machen deutlich, dass Klarheit und gute Nachbarschaft nur durch gründliche Reflexion und Diskussion erreicht werden können".
(aus dem Vorwort von Oberkirchenrat Wilfried Neusel, Leiter der Abteilung "Mission - Ökumene - Religionen" der Evangelischen Kirche im Rheinland). 

 


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Bietet Einblick in das Gespräch über zentrale Elemente des Glaubens: der Sammelband der WBG

Christen und Muslime. Verantwortung zum Dialog
Sammelband der Evangelischen Akademien in Deutschland

Die EAD, der Dachverband der Evangelischen Akademien in Deutschlands, hat im Dezember 2005 einen Sammelband zum Thema „Christen und Muslime. Verantwortung zum Dialog“ herausgegeben. Dieser Band bringt den Austausch ins Umfeld der modernen säkularen Gesellschaft und lässt bekannte Autoren nach dem Trennenden, aber auch nach dem Verbindenden zwischen den religiösen Kulturen suchen. Entstanden aus Veranstaltungsreihen der Evangelischen Akademien, wird die ganze Breite des interreligiösen Gesprächs vorgeführt. Besonders interessant wird die Auseinandersetzung da, wo an konkreten Problemen auch die Differenzen der Partner deutlich werden.
 
Der Sammelband zeigt Muslime und Christen im Gespräch über zentrale Probleme des Glaubens, aber auch über ganz normale und alltägliche Probleme des Zusammenlebens. Spiritualität und Bestattungsrituale werden genauso thematisiert wie das Geschlechterverhältnis und die Rolle von Minderheiten. Kompetente Autoren diskutieren ohne Tabu die Gemeinsamkeiten und Bruchstellen beim interreligiösen Dialog in einer immer stärker säkularisierten Gesellschaft.

Über die Autoren

Mit Beiträgen von: Fritz Erich Anhelm, Udo Steinbach, Dietrich Korsch, Zekeriya Beyaz, Wolf-Dieter Achmed Aries, Martin Leiner, Ludwig Ammann, Imam Bekir Alboga, Martin Affolderbach, Nadeem Elyas, Hans G. Kippenberg, Karl Otto Hondrich, Martin Bauschke, Erhard Kamphausen, Levent Tezcan, Hamideh Mohagheghi. Gregor Paul, Dieter Ohlmeier, Hamed Abdel-Samad, Kai Hafez, Walter Schöpsdau, Thomas Lemmen und Mathias Rohe.

Der im Sammelband der EAD veröffentlichte Beitrag von Kai Hafez "Islamismus und Medien“  hat der Erfurter Professor für Kommunikationswissenschaft auf der Tagung „Terrorismus und Medien. Eine komplexe Beziehung“ im September 2004 bei der Evangelischen Akademie im Rheinland gehalten.

Bibliographische Angaben 

Evangelische Akademien in Deutschland (Hrsg.),
Redaktion: Dr. Hermann Düringer, Grit Giebelhausen, Dr. Erika Godel, Volker Hörner:
Christen und Muslime. Verantwortung zum Dialog.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt (WBG)
ca. 240 S., geb., 2005, ISBN 3-534-18816-0,
Preis (Buchhandel): 32,90 Euro,Preis (für Mitglieder der WBG): 22,90 Euro


 

 

Abdul-Ahmad Rashid 
Islamwissenschaftler und Redakteur des "Forums am Freitag" im ZDF
zum Themenschwerpunkt
Interreligiöser Dialog in der Evangelischen Akademie im Rheinland:

Als Sohn einer deutschen Christin und eines afghanischen Moslems, bin ich, in Deutschland geboren und aufgewachsen, seit meiner Geburt mit dem interreligiösen Dialog verhaftet. Das Studium der Islamwissenschaft und der Vergleichenden Religionswissenschaft hat in mir das Interesse und auch die Kenntnisse vergrößert, und ich freue mich, die Leidenschaft am Dialog auch an meiner beruflichen Arbeit als Journalist einbringen zu können. Somit habe ich Gelegenheit, eine Rolle als Mittler zwischen den beiden Religionen einzunehmen. Die spannenden und informativen Veranstaltungen der Evangelischen Akademie in Deutschland und insbesondere der Evangelischen Akademie im Rheinland hier in der Region bereichern mich in dieser Hinsicht ständig.

 


Jörgen Klußmann/hbl 22.03.2009


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