Evangelische Akademie im Rheinland

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Dr. Markus Dröge beim Eröffnungsvortrag der Sommerakademie 2008
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Dr. Markus Dröge beim Eröffnungsvortrag der Sommerakademie 2008

Dr. Markus Droege, Superintendent des Kirchenkreises Koblenz  

Was ist uns noch heilig?

Der Mehr-Wert der "wertlosen Wahrheit" des Evangeliums

Was ist uns noch heilig?
Diese Schlüsselfrage stand 2008 im Mittelpunkt der Sommerwoche der Evangelischen Akademie im Rheinland.
Die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 4 und 82 Jahren wurden zu einer Mehrgenerationenfamilie auf Zeit.

Der Tag begann mit einer gemeinsamen Bibelarbeit und schloss für Kinder und Erwachsene mit einer gemeinsamen Gute-Nacht-Geschichte. Im Tagesablauf gab es für Kinder und Erwachsene unterschiedliche Angebote, um sich der Frage "Was ist uns heilig?" zu nähern.

Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Markus Dröge, Superintendent des Kirchenkreises Koblenz und Vorsitzender des Kuratoriums der Evangelischen Akademie im Rheinland.

Werte haben ihre eigene, aber begrenzte Würde
"Gemeinsam ist allem Heiligen", so Dröge, "dass wir es in einem geschützten Raum sehen wollen. Mein Heiliges ist mir so wichtig, dass ich es nicht mehr in Frage gestellt sehen will... Das Heilige beschreibt meine höchsten Werte."
Doch er warnt davor, Werte ausschließlich als etwas Positives zu sehen: Werte könnten sehr schnell zu einer Waffe werden, mit der man Interessen,  Macht oder Einfluss verteidige. Deshalb plädierte Dröge dafür, den Werten ihre eigene, aber begrenzte Würde zu geben: "Erst dann können sie ihren Dienst für das Leben, für die Wahrheit, für Gott und die Menschen entfalten."

Christen müssten immer wieder aufs Neue prüfen, welche Werte einem befreiten Leben dienen.

Den Eröffnungsvortrag finden Sie zum kostenlosen Download am Schluss dieses Artikels. 

  "Was ist mir heilig?" - Wie Kinder auf diese Frage antworten  

Auch die Kinder, die an der generationsübergreifenden Sommerwoche teilnahmen, machten sich auf die Suche nach dem, was ihnen heilig ist.

Der Journalist und Pfarrer Peter Morgenroth begleitete sie dabei und hat in einem kleinen Bericht sein Resümee gezogen:

„Ein Text zum Nachdenken“ steht über dem Text, den Kinder im Haus der Begegnung verfassen.
„Was ist uns noch heilig?“ das ist das Thema der Sommerakademie, das sich mit dem Wertewandel auseinandersetzt. ….

Und auch die teilnehmenden Kinder tasten sich an das brisante Thema der Werte heran. In einer Schreibwerkstatt formulieren sie ihre Gedanken:

"Heilig ist den Menschen, wozu sie einen besonderen Bezug haben"

„Die Erwachsenen reden immer von 'heilig'. Wir sind raus gegangen, um alles unter die Lupe zu nehmen. Wir haben draußen Ameisen, Steine Dornen, Blumen, Gras Klee und Erde gefunden. Wassertropfen haben wir gesehen auf den Blättern und tote und lebendige Fische im Teich. Vertrocknetes und Verfaultes haben wir untersucht. Und was haben wir gefunden? Dass es draußen nichts von Natur aus Heiliges gibt. Jeder Mensch entscheidet für sich selbst, was ihm oder ihr heilig ist. Heilig ist den Menschen, wozu sie einen besonderen Bezug haben."

Was die Mädchen antworteten

Charlotte und Celine, beide 10 Jahre alt, meinen: Das Wasser ist ihnen heilig, weil sie damit getauft wurden und weil man es trinken kann.
Nele (12 Jahre) meint: Die vier Elemente sind ihr heilig, weil sie wichtig sind zum Leben.
Daisy, 11 Jahre, meint: „Für mich ist die Familie heilig, weil ich ohne sie keine Bezugsperson habe und und weil ich sonst einsam bin."

Und wir ahnen, dass alles in der Natur miteinander verbunden ist,. wenn eine Sache verschwindet, ist dieses Netz der Natur kaputt bzw. zerstört.  Zum Beispiel das Wasser: Ohne Wasser gäbe es keine Blumen mehr, keine Bäume und Tiere und Menschen. Alles Leben würde verschwinden. Darum ist uns das Wasser heilig.

... und was die Jungen antworteten

Auch eine Gruppe von Jungen kann unschwer beschreiben, was heilige Werte sind:

"Wir fanden nichts, dem man direkt ansieht, dass es heilig ist. Wir müssen schon selber entscheiden, ob es für uns heilig ist oder nicht.“
Und dann nennen sie: die Familie, sehr entschieden den eigenen Körper und spannen den Bogen bis zur Musik und Festen. Es dauert lange, bis auch die Liebe genannt wird.

     


 


hbl 20.12.2008


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