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Andrea Zmrzlak: Sonana III. Alle Rechte: A. Zmrzlak
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Andrea Zmrzlak: Sonana III. Alle Rechte: A. Zmrzlak

Nur noch bis zum 26. Mai zu sehen: Frühjahrsausstellung 2010 

andrea zmrzlak - fotografien

Nur noch wenige Tage, bis einschließlich Mittwoch, 26. Mai 2010, sind die Fotografien der Moerser Künstlerin Andrea Zmrzlak im Haus der Begegnung zu sehen.

Die freischaffende Künstlerin, die mit ihrer Familie in Moers am Niederrhein wohnt, zeigt eine Auswahl ihrer aktuellen Arbeiten.


Stellt bis zum 26. Mai 2010 im Haus der Begegnung aus: Andrea Zmrzlak

Anlässlich der Ausstellungseröffnung im März 2010 sprach Hella Blum mit Andrea Zmrzlak und fragte nach Themen, Werdegang und Perspektiven der Künstlerin.

Frau Zmrzlak, welcher rote Faden oder welche Komposition wird sich durch die Ausstellung im Haus der Begegnung ziehen?

In der Ausstellung werden Porträts, Landschaften und Bildserien zu sehen sein. Sie zeigen Themen und künstlerische Perspektiven, mit den ich mich in den letzten Jahren, von 2005 bis heute, auseinandergesetzt habe und auseinander setze. Alle Arbeiten sind subjektive und von Emotionalität geprägte Arbeiten, nichts Dokumentarisches. Das Erzählende verbindet diese Arbeiten.

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Während meines erziehungswissenschaftlichen Studiums habe ich u.a. bei einem Forschungsprojekt  zur  Frühförderung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten mitgearbeitet und diese Arbeit fotografisch dokumentiert. Außerdem habe ich lange Zeit im Mädchenmodellprojekt Niedersachsen mitgearbeitet, wo Konzepte für die Mädchenarbeit  erarbeitet und ausprobiert worden sind. „In meinen Träumen bin ich“  oder „Wenn die Liebe losgeht" waren z. B. Themen  fotografischer Selbstinszenierungen, die ich angeleitet habe. Über diese Arbeiten habe ich die Fotografie für mich als Arbeitsfeld entdeckt und mich dafür begeistert. 
Danach habe ich dann noch von 2000-2005 am Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie (ibkk) in Bochum Fotodesign studiert.

Welche Motive wählen Sie in erster Linie für Ihre Arbeiten?

Mein besonderes Interesse gilt den Menschen. Mich interessieren ihre Sehnsüchte, Träume und Empfindungen.

In der Ausstellung werden vor allem Porträts und Landschaften zu sehen sein. Deshalb bin ich neugierig, etwas über Ihre Sicht auf diese beiden Sujets zu erfahren. Wie schätzen Sie das Porträt in der Fotografie gegenüber dem Porträt in der Malerei ein?  Bei einem gemalten Porträt ist schließlich immer die Sicht des Malers mit enthalten, wie sehen Sie das bei Ihren Fotografien?

Das Objektiv trägt seinen Namen zu Unrecht.  Jede und jeder, der ein Foto macht, wählt subjektiv ein Motiv, einen Ausschnitt, einen Standpunkt und gestaltet letztendlich durch die Wahl von Zeit und Blende den  Bildeindruck. Somit trägt jedes Foto etwas von demjenigen in sich, die oder der es gemacht hat.

Was fasziniert sie am Motiv Landschaften? Was wollen Sie vermitteln?

Für mich sind Landschaftsfotografien immer auch eine Möglichkeit Stimmungen und Empfindungen Ausdruck zu verleihen.

Welche künstlerischen Vorbilder haben Sie?

Ich habe für meine  Arbeiten keine konkreten „Vorbilder“, es gibt aber eine ganze Reihe bewundernswerter Fotografinnen oder Fotografen, deren Arbeit ich sehr schätze: z.B. Mary Ellen Mark, Diane Arbus oder Howard Schatz

Mir fällt auf, dass in vielen Bildern ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe ist.  Gehört das zu Ihren zentralen Stilmitteln?

Ja. mich interessiert das nicht immer sofort Sichtbare, das was „Hinter den Dingen steht“, das was die Menschen bewegt und auch nicht immer klar zu benennen ist. Ich möchte auch den BetrachterInnen Raum geben für eigene Gedanken. Ich versuche keine „Abbilder der Wirklichkeit“  zu machen, ich liebe die Zwischentöne, das Ruhige, und nicht sofort Fassbare, gerade in der Unschärfe.

Hat die Chance, Fotos digital nachzubearbeiten, die Fotografie leichter oder schwerer gemacht?

Eigentlich habe ich das Handwerkliche an der Arbeit in der Dunkelkammer geliebt, es ist eine ruhige, stille Arbeit. Bei der Arbeit am Rechner  muss es immer schnell gehen und sie bringt eine größere Unruhe mit sich, was ich oft als sehr störend empfinde. Dennoch ist gerade der PC eine große Arbeitserleichterung.

Wenn Sie über Ihre Arbeit sprechen, wird schnell deutlich, dass Sie nicht nur den Dialog mit der Kamera suchen, sondern ein Teil ihrer Arbeiten auch durch den Dialog mit anderen bestimmt ist.  Projekte mit Schülerinnen und Schüler ebenso wie mit Erwachsenen gehören zu Ihrer Arbeit und haben viel Resonanz gefunden. Was reizt Sie daran?

Ich glaube, ich bin immer noch gerne Pädagogin, auch wenn heute mein Schwerpunkt auf der fotografischen Arbeit liegt. Es macht mir einfach Spaß mit Menschen zusammen an einem Projekt zu arbeiten, zu sehen, was dabei entsteht und diese Prozesse begleiten zu dürfen.

Zu Ihrer Ausstellungseröffnung im Haus der Begegnung haben Sie die Autorin Christiane von Boehn eingeladen, die aus Ihrem gemeinsamen Buch "Ein Wort voller Gott GlaubensBilder" lesen wird. Wie würden Sie Ihre gemeinsame Arbeit in diesem Wort-Bild Experiment beschreiben?

Es war eine spannende Erfahrung, gemeinsam mit einer Frau zu arbeiten, die eine ganz andere Herangehensweise hat , ein anderes Medium nutzt, aber dennoch den gleichen „Ton“ zu treffen. Wir haben fast zwei Jahre intensiv an den Geschichten und Bildern gearbeitet, bis es für uns beide stimmig war.

Eines Ihrer nächsten Projekte ist eine Beteiligung an Ruhr 2010. Sie machen mit bei regionalen Aktionen im Rahmen von  "Local heroes: 52 Wochen - 52 Städte.".  Im Rahmen dieser Aktion ist je eine Stadt der Metropole Ruhr eine Woche lang Mittelpunkt der Kulturhauptstadt Europas. Sie engagieren sich in Moers und Neukirchen-Vluyn. Was genau machen Sie da? 

In Moers wird die local hero Woche vom 16.-22.Mai zum Thema „HerzRasen“ stattfinden. In diesem Rahmen fotografiere ich Moerser Bürger und Bürgerinnen  zum Thema: „Was mein Herz berührt“. Die Menschen inszenieren sich mit den Dingen und Menschen, die sie berühren, so entstehen ganz unterschiedliche Porträts, die in der Festwoche in der Moerser Innenstadt aufgehängt werden.
In Neukirchen-Vluyn, einer niederrheinischen Landschaft, mit einer stillgelegten Zeche, werde ich im Mai  zur Eröffnung der „Schachtzeichen“ Arbeiten  mit dem Thema „hier ligt min hart“ zeigen. Ich habe dazu ältere Menschen besucht und sie an den Orten fotografiert, an denen sie sich wohl fühlen, die sie als ihre Heimat begreifen. Auch dies ist nicht unbedingt eine rein dokumentarische Herangehensweise. Ich stelle immer ein Portrait und ein Detail von diesem Ort zusammen, so dass auch dies eine kleine Erzählung wird. Am Anfang muss ich erst einmal Menschen suchen, die bereit sind, in diesem Projekt mitzuarbeiten, aber mit der Zeit kommt dann immer die  eine oder der andere dazu, der von dem  Projekt gehört hat und aus  den ersten  Kontakten entstehen wieder neue...

Frau Zmrzlak, wir freuen uns auf den Dialog mit Ihren Bildern hier im Haus der Begegnung und natürlich jetzt erst einmal auf den Abend der Vernissage, bei dem die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit haben, mit Ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen.   

Herzlichen Dank für das Gespräch!

 


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Künstlerbiografie Andrea Zmrzlak

 1969  geboren in Moers
 1989 - 2001  Studium der Erziehungswissenschaften in Vechta und Oldenburg
 2001 - 2005  Studium Fotodesign am Institut für Bildende Kunst und Kunsttherapie in Bochum
 seit 2005  freischaffende Künstlerin
 seit 2007  Mitglied der Gemeinschaft Krefelder Künstler (GKK)
   
   Einzelausstellungen
 2004  moerser frauen - portraits, Moers
 2004  Fotografien, Kapellen/Niederrhein
 2004  Bilder vom Ich, Selbstinszenierungen von Frauen, Moers
 2006  Angekommen, Duisburg
 2008  Lebensträume, Portrais und Inszenierungen von Jugendlichen, Neukirchen-Vluyn, Kloster Kamp, Moers
 2008/2009  Ein Wort voller Gott, Köln, Oberhausen, Heidelberg, Willig, Moers, Hoffnungsthal
 2009  Bilder von uns! Portraits und Inszenierungen von Jugendlichen, Rheinberg
 2009  innehalten, Krefeld
   
   Ausstellungsbeteiligungen
 2003  Portraits, Wattenscheid
 2003  Junge Kunst, Kunstkreis Wattenscheid
 2005  Ewigkeit scheint durch die Zeit, Bochum
 2006  Junge Kunst, Wattenscheid
 2007  Dialog der Generationen, Neukirchen-Vluyn
 2007  Ein Blick Weiblichkeit, Hitdorf am Rhein
 2008  Lichtungen, Epson Kunstbetrieb, Düsseldorf
 2008  aufwärts, Krefeld
 2009  out of focus, Köln
 2009  Tuzla, (BiH), Biennale der Miniatur BKZ
 2009  sterben heißt, Wachtendonk
   
   Buchpublikation:
   Ein Wort voller Gott, GlaubensBilder, zusammen mit Christiane von Boehn (Text), Aussaatverlag 2008

 

Kontakt:

Die Internet-Seite ist im Aufbau. Ab April 2010 ist Andrea Zmrzlak unter folgender Adresse im Netz zu erreichen: www.zmrzlak-fotografie.de


hbl 24.05.2010


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