Im epd -Gespräch
Akademiedirektor gegen Schöpfungslehre im Biologieunterricht
Düsseldorf (epd). Die biblische Schöpfungslehre gehört nach Auffassung des Direktors der Evangelischen Akademie im Rheinland, Frank Vogelsang, nicht in den Biologieunterricht.Vogelsang plädierte für einen kritischen Diskurs zwischen Biologie und Theologie. Die Theologie könne von der Naturwissenschaft viel über die Beschaffenheit der Welt erfahren. Die Wissenschaft könne andererseits lernen, kritischer gegen selbst produzierte Weltbilder zu sein sowie sensibler für das Unaussprechbare zu werden. "Die Theologie wäre schlecht beraten, wenn sie sich als Alternative zur Biologie verstehen würde", betonte der Wissenschaftler und Theologe.
Nach Auffassung von Vogelsang stößt die Biologie an Erkenntnisgrenzen. "So kann zum Beispiel die Evolutionstheorie nichts über die Entstehung des Lebens an sich aussagen", erklärte der Akademiedirektor. Diese Grenzen müssten im Biologie-Unterricht selbst thematisiert werden. Die Theologie gebe Antworten auf die Sinnfragen des Menschen. "Anders als die Theologie kann die Biologie zum Beispiel nicht sensibel machen für die Menschenwürde", betonte der 44-jährige Experte. Sie sei aber Teil der Wirklichkeit, in der die Menschen lebten.
Gott dürfe nicht die "Rolle des Lückenbüßers" zugewiesen werden, der nur für das zuständig sei, was man sich nicht erklären könne. Den Anhängern des so genannten Kreationismus warf Vogelsang eine schlechte Theologie vor: "Sie reduzieren Gott auf kleine, für Menschen nachvollziehbare Funktionen." (b7081/13.7.2007)
epd-West igl/spi fri
Die Meldung wurde aufgenommen mit freundlicher Genehmigung des epd-West.
17.07.2007
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