Tagung 6, 13. - 14.02.2009 - Themenfeld Politik, Interreligiöser Dialog, Friedensforschung
Gewaltdiskurse im Islam, Christentum und Judentum
In Kooperation mit dem Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, Universität Erfurt
Gewaltbereitschaft wird oft und gerne dem jeweils anderen unterstellt. In Kriegen und gewaltsamen Konflikten ist es ein immer wieder beobachtbares Phänomen, dass die Gegner dämonisiert, herabgewürdigt und entmenschlicht werden. Religiöse Vertreter bilden dabei keine Ausnahme. Häufig sind es gerade sie, die Kraft ihrer moralischen und spirituellen Autorität besonderen Einfluss geltend machen. Das hat Folgen: Heutzutage sind mehr als die Hälfte aller Europäer davon überzeugt, Religionen seien eine Quelle von Intoleranz und Gewalt. In der jüngsten Zeit hat man immer wieder besonders dem Islam unterstellt, eine „gewalttätige“ Religion zu sein. Am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt und dem Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients der Universität Jena hat eine Arbeitsgruppe Stellungnahmen von Muslimen gesammelt, die sich zur Anwendung von Gewalt kontrovers äußern. Dabei hat sie Situationen, in denen Gewalt befürwortet bzw. abgelehnt wurde, mit in ihre Betrachtung einbezogen.
Ähnliche Kontroversen gibt es auch zwischen Juden und Christen. Religiöse Zionisten haben den Siebentage-Krieg von 1967 als Krieg der Erlösung gedeutet und die Gewalt gegen Palästinenser gerechtfertigt; doch erhoben sich unter ihnen auch Stimmen, die Zweifel an dem Vorrang der Besiedlung biblischen Landes vor einem Frieden mit den Palästinensern äußerten.
Ebenfalls behandelt werden der Typus der christlichen Kriegspredigt und die Diskussionen darüber.
Ein besonderer Fall sind südafrikanische Christen, die ihre theologische Begründung der Apartheid revidierten und damit zur Versöhnung von Weißen und Schwarzen beitrugen.
Die Tagung soll einen Beitrag dazu leisten, abstoßende Phänomene religiöser Gewalt sachlicher zu beurteilen und die theologischen Begründungen wie auch deren Revisionen zu begreifen.
Ähnliche Kontroversen gibt es auch zwischen Juden und Christen. Religiöse Zionisten haben den Siebentage-Krieg von 1967 als Krieg der Erlösung gedeutet und die Gewalt gegen Palästinenser gerechtfertigt; doch erhoben sich unter ihnen auch Stimmen, die Zweifel an dem Vorrang der Besiedlung biblischen Landes vor einem Frieden mit den Palästinensern äußerten.
Ebenfalls behandelt werden der Typus der christlichen Kriegspredigt und die Diskussionen darüber.
Ein besonderer Fall sind südafrikanische Christen, die ihre theologische Begründung der Apartheid revidierten und damit zur Versöhnung von Weißen und Schwarzen beitrugen.
Die Tagung soll einen Beitrag dazu leisten, abstoßende Phänomene religiöser Gewalt sachlicher zu beurteilen und die theologischen Begründungen wie auch deren Revisionen zu begreifen.
Tagungsleitung:
Jörgen Klußmann M.A.
Studienleiter
Tel.: +49/(0)228/95 23-204
Mail an Jörgen Klußmann
Tagungssekretariat:
Barbara Vellrath
Kernzeiten:
Mo. - Do. 09.00 – 14.00 Uhr
Fr. 09.00 – 13.00 Uhr
Tel.: +49/(0)228/95 23-205
Mail an Barbara Vellrath
Jörgen Klußmann 07.12.2008
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