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Mit der Hilfe von Smartphones konnten sich die Besucherinnen und Besucher am Gottesdienstgeschehen beteiligen.Mit der Hilfe von Smartphones konnten sich die Besucherinnen und Besucher am Gottesdienstgeschehen beteiligen.

Gottesdienst

"Wir sind Zöllner der Digitalisierung"

Im Gottesdienst auf dem Handy rumzutippen ist normalerweise verpönt. Beim Dialog-Gottesdienst im Rechenzentrum eines Aachener IT-Dienstleisters war es aber erwünscht: Die Teilnehmenden konnten sich so über die sozialen Netzwerke an dem Gottesdienst beteiligen und sich über die Herausforderungen des digitalen Wandels austauschen.

Tür an Tür mit den Servern des Aachener IT-Dienstleisters Synaix saßen 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 80 Menschen verfolgten im Internet den Dialog-Gottesdienst zum digitalen Wandel – einer  von 95 Gottesdiensten, die die Evangelische Kirche im Rheinland in diesem Jahr anlässlich des 500. Reformationsjubiläums veranstaltet. Sie beteiligten sich über soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook mit Kommentaren und Fürbitten, die während des Gottesdienstes auf einer Leinwand und im Internet zu sehen waren.

Bibel als App auf dem iPad

Der Gottesdienst stand unter dem Thema „Sei getrost und unverzagt“ (5. Mose 31,7). Statt einer traditionellen Predigt gab es drei Kanzelreden von IT-Expertinnen und Experten, statt eine Bibel gab es ein Tablet.„Bei der Gestaltung des Gottesdienstes haben wir überlegt, wie wir Digitalisierung im Gottesdienst erfahrbar machen können“, erklärte Ralf Peter Reimann, Pfarrer und Internetbeauftragter der rheinischen Kirche, der den Gottesdienst liturgisch begleitet hat. „Natürlich wollten wir eine Bibel präsent im Raum haben, aber nicht gedruckt auf dem Altar liegend, sondern als App auf dem iPad.“

Der Geschäftsführer des Aachener IT-Unternehmens Synaix, Stefan Fritz, sprach in seiner Kanzelrede über den  Vers „Macht euch die Erde untertan“ (1. Mose 1,28) aus der Schöpfungsgeschichte. „Gottes Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung bedeutet für mich, dass wir auch die digitale Welt gestalten müssen und Verantwortung dafür tragen“, erklärte Fritz.

Von den guten Seiten der Digitalisierung profitieren

Zudem sieht er in der Digitalisierung neue Möglichkeiten für die Kirchen.  Ähnlich wie Martin Luther seinerzeit das neue Medium des Buchdrucks für die Verbreitung seiner Ideen genutzt habe, könne die Verkündung der frohen Botschaft heute auch über die digitalen Medien laufen, sagte Fritz. "Mit Hilfe der Informationstechnologie gestalten wir Vernetzung im positiven Sinne und erreichen Leute ohne kirchliche Bindung."

Iris Wilhelmi, Geschäftsführerin des digitalHUB Aachen e.V., sprach in ihrer Kanzelrede über einen Vers aus dem alttestamentlichen Sprüchebuch: „Gerechtigkeit erhöht ein Volk.“ (Sprüche 14,34). Wilhelm setzte „erhöhen“ mit „weiterentwickeln“ gleich und erklärte, dass es  wichtig sei, Menschen auch mit Hilfe der Digitalisierung eine gutes, sinnerfülltes Leben zu ermöglichen. „Wenn wir dafür sorgen, dass alle von den guten Seiten der Digitalisierung profitieren, dann zeigen wir, dass wir eine solidarische Gesellschaft sind.“

Digitale Zukunft gemeinsam gestalten

Der dritte Kanzelredner Felix Plitzko, Mit-Gründer und Geschäftsführer von AISLER in der Region Aachen, sprach über ein Gleichnis aus dem Neuen Testament: „Da setzten sich viele Zöllner zu Tisch mit Jesus“ (Markus 2,15). Plitzko ermutigte dazu, keine Angst vor Digitalisierung zu haben und erklärte beispielhaft, dass der Einsatz von effizienter Software nicht automatisch den Verlust von Arbeitsplätzen bedeute. „Wir sind alle Zöllner der Digitalisierung“, so Plitzko. „Lasst uns also in eine positive Zukunft vertrauen, gemeinsam an einen Tisch setzen und zusammen nach Lösungen suchen. Denn die beste Möglichkeit unsere digitale Zukunft zu bestimmen, ist sie gemeinsam zu gestalten.“

Mit dem ungewöhnlichen Gottesdienst war der Internetbeauftragte Ralf Peter Reimann am Ende zufrieden: „Für uns war dieser Gottesdienst ein Experiment“, erklärte Reimann. „Wir wollten über das Thema Digitalisierung nachdenken und sind sehr froh, dass Gestalter und Gestalterinnen von Digitalisierungsprozessen mit ihren Erfahrungswerten die alte biblische Botschaft für uns neu ausgelegt haben.“

Mehr Eindrücke vom Gottesdienst gibt es in unserer Bildergalerie. Einfach durchklicken!

 

ekir.de / epd,cs, Fotos: Caren Braun / Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de / 06.04.2017



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