Evangelische Akademie im Rheinland

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35-2004/ 03. - 05. Dezember 2004 

Jungbrunnen der Biomedizin

Therapien gegen das Altern in der Diskussion. Tagung in Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

Die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft ist in den letzten Jahren vielfach ein Thema in der öffentlichen Diskussion gewesen. Die letzte Phase des Lebens, das Alter, wird allein schon deshalb für uns immer wichtiger, weil die Zahl alter Menschen in unserer Gesellschaft stetig steigt. Zugleich erleben wir auch einen kulturellen Wandel, indem alte Menschen ihr Leben aktiver gestalten wollen und dank medizinischer Fortschritte dies auch können. Dennoch gab es bislang scheinbar unüberwindliche biologische Grenzen für diese Bestrebungen, ab einem gewissen Alter nehmen die vitalen Kräfte rapide ab.
Doch die Möglichkeiten der Biomedizin erweitern sich ständig, und die Forschung nimmt sogar Strategien in den Blick, wie man den Alterungsprozess verlangsamen und zugleich die Vitalität steigern kann. Dank der Fortschritte in der molekularen Biomedizin scheint es nicht mehr undenkbar zu sein, dass ein Lebensalter weit jenseits der 100 Jahre erreicht werden kann. Neue Einsichten in den Alterungsprozess von Zellen und Organismen nähren die Hoffnung, auch die noch bestehenden Hürden überwinden zu können.
Was aber ist erstrebenswert? Ein zunehmender Einsatz der Biomedizin führt auch zu neuen ethischen Herausforderungen und zu der Frage nach Bewertungsmaßstäben. Denn gleichzeitig mit dem zunehmenden Alter verlängern sich auch die Phasen schwerer chronischer Krankheit. In Altersheimen, Hospizen und vielen Familien werden langdauernde Demenzprozesse immer offensichtlicher. Kann die Natur von der biologischen Forschung so überlistet werden, dass das wünschenswerte, aktive Lebensalter noch deutlich erweitert wird, aber ein abschließender Prozess des Siechtums kurz bleibt? Welches Bild vom Alter leitet die aktuelle Forschung? Macht die Möglichkeit des Eingriffs in den Prozess des Alterns diesen selbst zu einer Krankheit? Welche ethischen Kriterien können entwickelt werden, dass auch das Alter, das nicht mehr die Leistungsfähigkeit jüngerer Jahre aufweist, zu einer eigenen Würde kommt? Mit welchen Kriterien bewerten wir die Alterungsprozesse? Sehen wir in ihnen lediglich zu überwindende Hindernisse? Wo hört die medizinische Unterstützung zur Gestaltung eines gelingenden Lebens auf und fängt die biologische Manipulation unserer Körper an? Wie kann man andererseits Altersgebrechen durch kluge medizinische Unterstützungsmaßnahmen lindern und eine möglichst lange Phase der Aktivität ermöglichen?
Die neuen Entwicklungen in der Biomedizin zu diesem Thema sollen vorgestellt und unter theologischen, philosophischen und ethischen Gesichtspunkten diskutiert werden.
  • Veranstaltungsort: Evangelische Akademie im Rheinland, Bonn - Bad Godesberg
  • Tagungsleitung: Dr. Frank Vogelsang, Studienleiter an der Evangelischen Akademie im Rheinland, Tel.: +49/(0)2 28/95 23 202, E-Mail: frank.vogelsang@akademie.ekir.de
  • Tagungssekretariat: Petra Büssemeier, Tel.: +49/(0)2 28/95 23 203, E-Mail: petra.buessemeier@akademie.ekir.de   


14.08.2004


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